Jede Woche muss das Team eine neue Gruppenstunde zaubern. Hier nun einige Ideen, was du in der Gruppenstunde inhaltlich machen kannst. Grundsätzlich ist beim Aussuchen der Inhalte wichtig:

Sucht euch Inhalte aus, die euch gefallen! Mindestens einer aus dem Team sollte für das Thema brennen, es richtig cool finden. Denn nur dann, wenn man etwas auch selbst gut findet und/oder gut kann oder auch unbedingt mal ausprobieren will, kommt es bei den Kindern auch an. Will ich also Vogelkästen zimmern, kann aber selbst noch nicht einmal eine neue Akkuschrauberspitze einsetzen, dann funktioniert die Stunde nicht. Einer muss es können. Und wenn ihr es könnt, aber lieber Muffins essen wollt, wird es auch nicht funktionieren. Einer muss Bock drauf haben! Oder ladet euch für ein Thema, auf das ihr Lust habt, welches ihr aber nicht könnt, einen Experten ein.

Hier ein paar Quicktipps:

- Mache das in der Stunde, auf was DU Lust hast und gehe voran, mit ganzem Einsatz! Die Gruppe wird hinterher kommen.

- Bereite die Stunden gut und detailliert vor, je schöner sie vorbereitet und abgesprochen ist, desto schöner wird die Gruppenstunde

- Wie das Team so die Gruppe! Was? Deine Gruppe ist laut und unkonzentriert? Beobachte dich und dein Team – wie seid ihr denn miteinander und mit den Kindern? Oder ist deine Gruppe unzuverlässig, mal kommt Kind A, mal kommt Kind B mal nicht, melden sich die Kinder ab oder nicht? Schau dich im Team um: sind alle immer zuverlässig da und klappt eure Kommunikation? Deine Gruppe ist der Spiegel des Teams! Ist die Gruppe liebevoll im Umgang miteinander, wird aufeinander geachtet? Wie ist also euer Team?

- und die wichtigste Frage von allen: WARUM bin ich hier? Warum mache ich das eigentlich alles (eine Gruppe leiten, so viel ehrenamtliche Arbeit rein stecken, so viel Mühe)? Was will ich, erhoffe ich mir hier? Wie kann ich das erreichen? Wünsche, Träume, Ideen? Wen nehme ich mir zur Hilfe? Dann: Umsetzen :)

Bei Zeltkunde ist euch völlig klar, dass es letztendlich darum geht, die Kinder zu befähigen, Zelte alleine auf zu bauen. Tausendmal gemacht, hier eher so etwas wie eine Zusammenfassung:

Erklärt ihnen ganz zu Beginn in den Zeltkunde - Einheiten viel, während sie das Zelt selbst aufbauen (möglich, indem ihr zum Beispiel mit vier Kindern und einem Mitarbeiter gemeinsam eine Kothe aufbaut). So haben sie die größte Chance, dann den Transfair zum Aufbau jedes x-beliebigen Zeltes zu schaffen. Es geht darum, ihnen eine Vorstellung geben zu können: So soll das fertige Zelt aussehen (Wie bei einem Puzzle - da ist es auch leichter, wenn man sich vor dem Puzzeln das Bild des fertigen Puzzles anschauen kann). Ihr könntet zum Beispiel schon eine fertige Jurte stehen haben, macht darin Feuer oder Picknick. In der nächsten Gruppenstunde baut ihr dann mit den Kindern gemeinsam eine Jurte auf. In einzelnen stunden oder während eines Stationslaufes gerne immer mal wieder einzelne Elemente für das Zeltaufbauen anbieten. Kreuze binden, Dreibeine oder Zweibeine binden.

Lasst die Kinder gerne Kröten aufbauen. Hier können sie schnell Fortschritte erzielen, ihr eigenes ding machen, ihren eigenen platz für sich und ihren Teamkameraden schaffen. Vielleicht bauen in einer Gruppenstunde immer vier Kinder und eine Leiterin eine Kröte oder eine Lok auf und in der nächsten Gruppenstunde dürfen die Kinder sich dann auf einer größeren Fläche ein "Zuhause" bauen und man besucht sich gegenseitig oder es ist Teil eines Geländespieles.

Um Zelte auf zu bauen in einer Gruppenstunde braucht es einiges an Material aus verschiedenen Lagern. Keller, Schuppen, Dachboden. Das Material zusammen zu suchen kostet euch Zeit. Bitte denkt daran, das Material vor einer Gruppenstunde zusammen zu stellen und bereit zu legen, damit ihr mit den Kindern sofort los legen könnt, wenn die Gruppenstunde beginnt. Leerlauf ist langweilig und beaufsichtigt und beschäftigt müssen die Kinder ja doch werden, für alle cooler ist ein rascher Einstig ins geplante Thema.

zum Thema Zeltkunde gehört für die Kinder nach dem Aufbauen dann auch wieder der gezielte Abbau. unser material ist so wertvoll und wird häufig genutzt, bindet die Kinder also gerne ein beim Abbau. So geht es für euch schneller und die Kinder lernen gleich eine gute und für das material gesunde pflege und Lagerung kennen. Wenn material nass ist bitte zum Trocknen aufhängen. Ansonsten alles an den Ort zurück, wo es her kam. das spannende: Auch das Aufräumen hat ja ein System - und dieses zu checken und an zu wenden finden Kinder toll! Ihr könntet also auch einmal eine Gruppenstunde nur damit zu bringen, Kothenbahnen korrekt zusammen zu legen! Die Kinder fragen beim ersten und zweiten Mal vielleicht noch nach, bei der dritten Bahn können sie es. Ab der vierten Bahn fragen sie dich, ob du die Zeit stoppen kannst und wer von ihnen wohl der schnellste im Bahnen legen ist. Beim Seile aufnehmen verhält es sich ebenso. Und es sieht so wichtig aus, wenn man einen Klettergurt um hat und am baum steht und material verpackt und das Seil professionell aufnimmt. die Kinder lieben es! Sie erleben häufig Zuhause oder im Verein, dass Erwachsene ihnen die Dinge aus der Hand nehmen, weil es bei ihnen (weil routiniert) schneller geht. Oder weil die Kinder Fehler machen, etwas kaputt gehen könnte, man es ihnen nicht zu traut. Zeigt euren Kindern alles - vor allem lasst sie gleich zu beginn alles anfassen, alles putzen, alles machen. Je kleiner die Kinder, desto begeisterter sind sie dabei. und desto weniger müsst ihr dann nach der gruppenstunde alleine aufräumen :)

Feuer machen ist das größte Vergnügen von uns Pfadfindern. Der Rauch stinkt nicht (das denken nur Außenstehende so :)). Rauch duftet. Und die Klamotten duften hinterher auch so fein! Lange noch begleitet einen der Rauchgeruch, die Haare, der Schal, alles riecht nach der letzten Pfadfinderaktion und ist unser ständiger Begleiter. damit es von Anwohnern und Feuerwehr keinen Ärger gibt, hier die Regel zum Feuer machen: Ein Feuer darf so viel Rauch entwickeln, wie auch das Grillen auf der Terrasse verursachen würde.

Für eure Gruppenstunden nutzen könnt ihr natürlich das Feuer mit Holz (in der Feuerschale, dem Ofen, im schwarzen Sand oder der Sandkiste) - bringt da den kindern gerne die verschiedenen Feuerarten bei und auch welches Holz wie gut brennt. Anzünder verschiedener Art herstellen ist für Kinder auch interessant.

Doch auch die Pflege unserer Feuerhand Petroleumlampen ist nützlich. Auch dort jeden schritt 8Säubern, Petroleum einfüllen, anzünden des Dochtes oder Dochtwechsel) die Kinder gerne selber machen lassen.

Der Trangiakocher wird mit Brennspiritus betrieben, diesen auch gut erklären. Finden Kids auch super spannend. Hier kann man auch so viel machen: gemeinsam Aufbauen. Um die Wette aufbauen. Blind aufbauen. Kochen auf dem Trangia. Den Trangia benutzen, um Pampe für Vogelfutterglocken her zu stellen. Oder für Schokoladenfondue. 

Fackeln selber machen oder mit fertigen Fackeln eine Wanderung machen ist mega faszinierend für Kinder! Feuer ist eine Kraft, ist ein Wunder und gleichzeitig hat es so eine Zerstörungsmacht - daher ist es gefährlich, faszinierend und wenn jemand gut damit umgehen kann ist es sehr imponierend für die Kinder (Feuerspucken).

Überlegt jeweils mit euren Kindern: Was tut diesem Feuer (egal welche Spielart ihr nun benutzt!) gut und was schadet dem Feuer? Ein Feuer lebt, braucht Luft und einen Brennstoff zum "Atme". Ihr könntet mit den Kindern sehen, was passiert, wenn man auf ein Feuer etwas "Falsches" für das Feuer schädliches drauf legt. Was passiert, wenn ich den Deckel auf dem Trangiakocher- Brenner ganz schließe und nicht nur ein bisschen? Aha, es geht aus! Faszinierend! Und immer auch das Fazit ziehen (Reflexion!): Wenn du also ein unkontrolliertes Feuer hast oder eine Hose eines Kindes hat Feuer gefangen... dann kannst du das Feuer auch ersticken! Das Feuer braucht Luft, wie du eben beim Trangia gesehen hast. Entziehst du ihm die Luft, geht es aus. Oder macht eine Gruppenstunde mit Kochen über dem Feuer. Und dann werft auf ein Feuer mal einen Büschel Gras. Es qualmt. Warum? Mit den Kindern reden! das Essen will auf diesem Feuer nicht durch werden, das Feuer geht aus oder oder oder - die Kinder machen die Erfahrung, wie es gehen kann, was nützlich ist und wie man ein Feuer optimal pflegt.

Knoten brauchen und benutzen wir täglich. Den Kindern ist es gar nicht klar, das sie im Prinzip zu uns kommen und mindestens zwei Knoten können. Denn in der Regel können sie ihre Schuhe schon selbst binden, dafür benutzen sie zwei Knoten. Dieses als Einstieg gesagt zu bekommen macht Kinder gleich ganz stolz auf ihr Können. Und nun durch praktisches Einsetzen Stück für Stück einen weiteren Knoten einführen: auf einen Baum klettern lassen und sie sollen sich am Klettergurt einbinden (Doppelter Achter), Kochen über Feuer (Dreibein binden), Zelt aufstellen (Kothenkreuz binden, Zweibeín binden), Seilbrücke selbst aufbauen (jeder kann seine liebsten Knoten hier mal ausprobieren, was hält mich dann wirklich?).

Kinder lernen und üben alles. Wenn ihnen der Sinn klar ist! Wenn man zu ihnen sagt: Übe diesen Knoten 50 Mal! Dann haben sie schnell keine Motivation mehr. Wenn man es eine Stunde übt, um in der nächsten Stunde ein Zelt auf zu bauen, dann ist die Motivation viel größer. Und am Größten ist sie, wenn das Ziel heißt: wir üben jetzt Zelte aufbauen für die Prüfung nächste Woche oder für unsere Wanderung im Herbst. Oder wir binden das Dreibein, um dann über dem Feuer Mutzen zu backen. Jeder Mensch möchte sinnvolle Dinge tun. Bei für ihn sinnlosen Dingen verliert er sehr schnell die Motivation. das ist bei uns Großen genauso!

Wichtige Knoten, mit denen ihr beginnen könntet, wären: Webleinstek, Achter, Doppelter Achter, Halber Schlag, Zimmermannsschlag, Palstek, Zimmermannsknoten. Viele Kinder mögen Halstuchknoten herstellen, dieser knoten heißt "Türkischer Bund". Später könnt ihr mit den Kindern gerne Spleißen üben (spätestens zur Bronze Prüfung wird dieses abgefragt).

Pflegt die Seile und Knotenbänder, mit denen ihr arbeitet gut. Nehmt sie also nach der gruppenstunde gut auf, verstaut sie wieder. Gebt den Kindern gerne knotenband oder ein kleines bisschen vom Seil mit - die Kinder üben Zuhause gerne weiter (und sind Jäger und Sammler, Sachen mit nehmen finden sie großartig und toll für ihre Sammlung). Als Abschluss eurer ersten Knoteneinheit könntet ihr mit den Kindern Bretter herstellen. das ist ein Brett oder Frühstücksbrettchen mit darauf fest genagelten Knoten, eine Übersicht aller Knoten also, die sie in den letzten Stunden gelernt haben. Die Knoten könnten mit Brennpeter oder einlaminierten Zettelchen mit den Namen der Knoten beschriftet werden.

Kochen mögen alle im Stamm gerne. also macht ihr es eh schon ausgiebig :) Das macht ihr prima und ist für die Kinder von unschätzbarem wert. Denn so oft dürfen sie zuhause eben nichts. Bitte auch hier: lasst die Kinder alles selber machen. Selber mit dem scharfen Messer die Möhre schnippeln. Wir haben in der Küche einen Verbandskasten gegenüber vom Herd!

Ein ganz paar Ideen sammle ich hier für euch, weiteren Ideen sind keine Grenzen gesetzt!

- Bastelideen: Trangia selber bauen (Aus Getränkedosen)

- Eiskaramell (dafür muss es draußen tüchtig kalt sein!)

- Kocht und backt gerne auf allen Bühnen der Pfadfinderei: Die Küche ist oft genutzt. denkt euch die Möglichkeiten größer. Feuer, Gaskocher, Grill, Trangia - habt ihr selbst noch andere Kocher Zuhause? Pizza in der Pfanne - kennt ihr das? Es funktioniert! Wirklich! was ist alles möglich, in einem Römertopf oder Alupapiersäckchen im Feuer zu garen? Apfel, Käse/Gemüse, fisch - so viele tolle Möglichkeiten!

- Kreativ werden: Lasst die Kinder selbst ausprobieren: etwas mit Lebensmittelfarbe zu färben ist sehr beliebt. Oder ungewöhnliche Kombinationen wie Apel und Gurke probieren lassen. Stockbrot machen und dort allerlei Inhalte hinein tun: Käsewürfel, Gemüse, Karamellbonbons, Kinderriegel...

- Waffeln - auch hier allerlei Inhalte - Herzhaft oder Süß mit diversen Soßen

- lasst sie gerne die einzelnen Komponenten, die ihr braucht, erspielen oder erarbeiten (Mehl mahlen?). zum Beispiel bekommen sie in der einen Gruppenstunde jede Kleingruppe drei Murmeln. Am Ende der Stunde sollen sie alle Komponenten einen Rezeptes eingetauscht haben (bei Haustüren klingeln und um Mehl etc. bitten - gute Übung für eine Wanderung, auf der ich auch an einer Haustür klingeln muss, um nach Wasser zu fragen).

 

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