Erste Hilfe ist ein tollen Gruppenstundenthema. Ganz wichtig - ganz einfach. Und die Kinder finden es so spannend! Du machst sie mega glücklich, wenn du ihnen ein Pflaster in die Hand gibst und sie es sich oder jmd anderem auf die Hand kleben dürfen. Noch genialer finden sie, wenn sie verbände anlegen dürfen. und der persönliche Held wirst du, wenn sie den Verband auch noch behalten dürfen! alles, was du an erste Hilfe kannst, kannst du eins zu eins weiter an die Kinder geben.

  • Pflaster und Verbände befestigen (Mit echtem Material oder z.B. Verbände aus dem Halstuchbinden)
  • W Fragen und Notsituationen (Nachspielen, Memory, Caosspiel, einen Gruppenleiter anrufen als wäre er die Leitzentrale)
  • Trage selber bauen (Hemd, zwei Äste rein, vielleicht damit über einen Hindernispacours)
  • Etwas schienen oder ein Tragetuch anbringen
  • Stabile Seitenlage

Auch die Verknüpfung mit andern Themen ist super gegeben: eine Schiene für ein gebrochenes Bein? Werkzeugkunde oder messerkunde, weil ein Ast ja gesägt werden muss. Oder Bibelkunde "der barmherzige Samariter" (Lukas 10,29ff) kann man gut verknüpfen mit Verbände anbringen und eine Trage für den Verletzten bauen.

Um etwas abschätzen zu können, brauche ich schon reale Erfahrungen, mit denen ich dann den Gegenstand, der vor mir ist, in meiner Vorstellung vergleichen kann. Wenn du also erklärst, wie groß die Lagerplatzwiese ist und du jmd mit wenig Erfahrung vor dir hast, hilft es, zu sagen: der Lagerplatz ist vier Fußballfelder groß. Einen Fußballplatz kennt jeder, diese Größeneinheit kann man sich vorstellen. Man braucht also Erfahrungen. Diese muss man selber machen! Also selber fühlen. Selber erleben. Einfach nur über Gewichte und Mengen, Strecken, Felder lesen reicht nicht. Nur wer schon ein paar Mal 4 km gelaufen ist weiß, wie weit die Strecke wirklich ist. Der kann sagen: ich alleine schaffe die Strecke in einer Gruppenstunde hin und zurück. Meine Gruppenkinder sind langsamer und unterhalten sich beim Laufen, die werden länger brauchen. Ich kann eine Strecke mit 4 km laufen und zurück muss ich sie mit der Bahn fahren lassen, damit wir rechtzeitig zum Gruppenstundenende wieder da sind. Erfahrungen machen, ganz wichtig. Oder noch deutlicher: erfahrungsräume schaffen, damit die Kinder sie sammeln können. Selbst. Nicht zugucken, selber ausprobieren!

- Verteile Maßbänder oder Zollstöcke an deine Kinder. Sie können alles messen, was ihnen in die Quere kommt: wie lang ist der Tisch, mein Fuß, die Tür? Du kannst auch einen Bogen vorbereiten, wo du genau diese Fragen fest gehalten hast und Lücken für die cm lässt.

- Spaß bringt auch: schätze mal, wie viel Cent in ein Schnapsglas passen? Und dann habt ihr da verschiedene Gläser. Die Kinder der Gruppe sollen nun alle erst mal schätzen, das schreibt ihr auf. Dann füllen die Kinder (lasst bitte alles die Kinder SELBER machen!) nach und nach die Gläser mit Centstücken. Zählen. Hinterher vergleichen: stimmte meine Schätzung?

- Oder wie schwer ist wohl dieses Buch? Alle Kinder können mal schätzen. Dann auf eine Waage legen. Stimmen die Schätzungen? Toll ist hier dann der Praxistransfer, damit die Kinder verstehen, was ihnen das bringt. Nachdem ihr einige Male Gewichte schätzen gemacht habt, lasst sie doch einen vollgefüllten Wanderrucksack gewichtsmäßig schätzen. Stimmt da ihre Schätzung? Ist für den nächsten Haik eine tolle Übung. Oder ein anderer Praxistransfair. Ihr lasst sie schätzen, wie viel Mehl in einer Tasse ist oder auf einem Löffel. Wie viel in eine Schüssel passt. Dann wiegt ihr das ganze aus. Stimmen die Schätzungen? Damit die Kids ein Gefühl für Masse und Gewicht von Grundnahrungsmitteln wie Mehl oder Nudeln bekommen. Dann könnt ihr in einer gruppenstunde einmal backen. Die Kinder bekommen ein Rezept von etwas unbekanntem, ein Keks Teig oder Muffins. Sie bekommen zwar die Zutaten aber keine Messbecher oder Waage. Müssen also schätzen, stimmt diese Menge also etwa ungefähr mit dem überein, was im Rezept steht? Viel Spaß beim Tüfteln und Essen!

In der Bronzeprüfung musst du einen Knopf annähen können. Also gerne mit deinen Kindern in einer Gruppenstunde üben. Tolle Möglichkeit ist: bringe doch eine Hand voll bunter Knöpfe mit oder vielleicht gibt es auch welche im Bastelschrank. Dann könnt ihr die einfarbigen Knöpfe am Hemd durch bunte Knöpfe austauschen. Dafür brauchst du: Nähgarn, Knopf, Nadel, Stoff oder Hemd/Juja, auf die der Knopf genäht werden soll. Fädle dir etwas Faden in die Nadel ein und nimm den Faden doppelt. Am Ende kommt eine doppelte Acht (ein Knoten) in den Faden. Nun von unten in den Stoff stechen (damit man das Ende/den Knoten nicht sieht, beginnt man von der Seite, wo kein Knopf sein soll). Zwei drei Stiche wiederholen, bevor man nun den Knopf nutzt. Diesen je nach Knopf durch mehrere Stiche fixieren. Zum Abschluss noch zwei drei Stiche ohne Knopf in den Stoff unterhalb des Knopfes, jeweils vor dem fest ziehen durch die entstehende Schlaufe aus Faden, so entsteht ein Knoten. Auch hier gilt: Bitte übe du es selbst zu Hause, bevor du die Kinder anleitest. Es gibt tolle YouTube Anleitungen, schau sie dir an und übe es!

Für Lager und Fahrten brauchen wir immer wieder, dass die Kinder auch Risse im Stoffe (Hose, Hemd) können. Hier gibt es ganz verschiedene Techniken (Nähen und Stopfen). Gut ist, wenn du das nutzt was DU kennst und kannst, denn dann bist du sicher im Umgang mit dem Material und kannst die Kinder gut anleiten. Um Nähen (egal welche Technik) zu üben, empfiehlt es sich, ein sinnvolles Projekt zu gestalten. Zum Beispiel könnt ihr mit den Kinder AZB selbst nähen. Also kleine Täschchen, die sie dann auch mit zeug aus dem Pfadfinderschrank füllen dürfen. Oder ihr näht für eine Aufführung beim Pfadfindergottesdienst Handpuppen (Sockenpuppen).

Ganz praktisch und sofort nützlich ist es, mit den Kindern ihre Abzeichen selbst an zu nähen. Das ist eine Fähigkeit, die ihnen sofort etwas bringt. Sie werden selbständig, nicht mehr Mama oder Oma nähen die Abzeichen auf sondern sie selbst!

Mit einer Nähmaschine kann man wunderbare Dinge herstellen. Ihr könnt in der schule den Nähraum buchen und dort etwas nähen. Zum Beispiel bunte Säcke aus Wachstuch, diese können dann mit Erde und Pflanzen bestückt an Bauzäune gehängt werden (Guerilla Gardening)

Bringe ihnen erst einmal die grundlegenden Wegzeichen bei. Diese sind Pfeile aller Art, um die Richtung an zu zeigen. Außerdem das X für falscher Weg. Alle anderen Zeichen sind optional. Nun könnt ihr sofort praktisch werden:

  • Macht eine Schnitzeljagt (entweder schon vorbereitet und die Kinder folgen den Pfeilen, die ihr Gruppenleiter gemacht habt. Oder ihr teilt die Gruppe in zwei Hälften, die eine Kindergruppe wartet mit einem Gruppenleiter und die andere Kindergruppe läuft Hinweise malend vorweg)
  • Schatzsuche: Pfeile markieren die Strecke zu einem Schatz, einer Überraschung (Baum an dem Süßigkeiten Tüten in hoher Höhe hängen, Sandkiste, in der Edelsteine oder was auch immer versteckt oder eingegraben sind)
  • Schnitzeljagt extrem: bringt mega Spaß! Zwei Gleichgroße Gruppen. Die erste Gruppe bekommt Kreide und rennt los. Die zweite Gruppe zählt bis 30 (jedenfalls nicht lange Vorsprung, eine Minute oder so). dann verfolgen sie die zweite gruppe und versuchen diese auf zu spüren. Leise natürlich. Die erste Gruppe macht Hinweise und versteckt sich dann. Sie suchen sich ein gutes Versteck: aus welchem man den weg zu ihnen gut überblicken kann, vielleicht denken sie sich einen Hinterhalt aus oder jmd spielt Lockvogel. Sie versuchen also, die Gruppe zwei zu fangen und gruppe zwei versucht die erste gruppe zu fangen (muss sich also überlegen, wo könnte also der Hinterhalt sein).
  • Auch diesen Gruppenstundeninhalt kann man perfekt als Memory herstellen und üben: Alle Wegzeichen je zwei mal. Oder mit Text. Auf eine Karte das Wegzeichen und auf die zweite Karte den Erklärungstext.

Geländespiele sind beliebt. Es gibt dazu viele tolle Bücher, daraus lassen sich viele Spiele eins zu ein Übernehmen. Doch du kannst dir auch ein Geländespiel selbst ausdenken: Was willst du erreichen? Thema? Beides vorher festlegen. Und dann los. Was soll geschehen, geht es um gegeneinander oder miteinander zu einem höheren Ziel? Wenn du dir ein Geländespiel ausdenkst, ist es etwa wie bei einem Aufsatz:

Einleitung: Was ist die Vorgeschichte, was erzählst du den Kindern, warum werden sie in welche Gruppengröße alleine oder mit Gruppenleiterhilfe eingeteilt?

Hauptteil: Soll man Stationen abklappern, wenn ja wie viele. Spielfeld festlegen. Wenn nicht, wie kommen die Kinder voran, was sollen sie erarbeiten, erreichen, jmd fangen oder finden?

Höhepunkt: Wo wird es spannend? Was will man erreichen? Können den Kids beispielsweise Beute abgenommen oder Sachen zerstört werden, kommen Joker ist Spiel?

Schluss: Was soll erreicht werden, wann ist das Ende angesetzt? Ist es zu ende, wenn der erste es geschafft hat oder nach einer bestimmten Zeit oder wenn alle am Ziel sind?

Spiele gibt es für alle Gelegenheiten. Es gibt super tolle Spielebücher und das Netz bietet noch mehr Möglichkeiten. Die tolle Chance ist: benutze das Spiel doch, um das, was du eh mitteilen wolltest in dieser Gruppenstunde zu unterstreichen. Zum Beispiel: wenn du in Bibelkunde den 12jährigen Jesus im Tempel hast, kannst du im Anschluss an die Geschichte die Kinder Verstecken spielen lassen, weil die Eltern Jesus doch überall gesucht haben. Zu allen Inhalten der Fahrtenkunde lassen sich übrigens hervorragend Memory-Spiele basteln, falls man selbst gerne bastelt und deine Gruppe das cool findet.

Auch beim Bereich Spiele kannst du entweder vom Spiel aus denken (Ich habe dieses Spiel, was könnte ich den Kids damit vermitteln? Oder: Warum mache ich es?) oder du denkst vom Thema aus und baust dir das Spiel thematisch um oder nutzt ein Spiel, das Thematisch passt (Jesu/Jünger Sturmstillung: Vertrauenspendel spielen).

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